[Kopfkino] Katy Evans: Tycoon – Dein Herz so nah

Tycoon, Bd. 1



Cover: Tycoon - Dein Herz so nah (Katy Evans) | Hörbuch

Inhalt:

Der Eine, den du nie vergisst

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern und dem Bankrott des Familienunternehmens liegt Bryn Kellys Leben in Scherben. In New York will sie mit ihrem eigenen Start-up neu anfangen. Doch keiner der möglichen Sponsoren glaubt an ihre Firma. Ihr letzter Ausweg ist der Immobilientycoon Aaric Christos. Er ist erfolgreich, sexy – und Bryns alter Schwarm aus Highschool-Zeiten. Seit zwölf Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen, doch das Feuer zwischen ihnen brennt noch so heiß wie früher. Damals war Bryn nicht bereit für ihn, heute braucht sie Aaric für ihr Unternehmen. Ihre Gefühle versinken im Chaos, und sie weiß nur noch eines: Sie muss ihn für sich gewinnen, egal wie …

– Quelle: LYX by Lübbe / Audible –

Infos zum Hörbuch:

Autor:Katy Evans
Titel:Tycoon – Dein Herz so nah
Originaltitel:Tycoon
Reihe:Tycoon
(Manhattan Series)
Band:1
gelesen von:Lisa Stark & Günter Merlau
Dauer:7 Std. 36 Min. [ungekürzte Lesung]
Format:Audio-Download
(Audible-Hörbuch)
VÖ:4. April ’19
ASIN:B07Q5TN4R6
Genre:Romance

Grafik: Kopfhörer

Einschätzung von Kathi Rubel:

Mein erster Katy-Evans-Roman und ich bin enttäuscht. Bisher hatte ich nur Gutes über ihre Bücher gehört, obwohl die Reaktionen auf „Tycoon“ schon durchwachsen sind. Allerdings hatte ich gehofft, die Geschichte wäre einfach nicht ganz so gut wie die vorherigen und würde nur deshalb Kritik bekommen … Tja, wie sich zeigt, lag ich falsch.

Bryn sucht einen Investor für ihr Start-up und trifft so erneut auf den Mann, der als Teenager Gefühle in ihr geweckt hat. Dass sie damals ihre Chance nicht genutzt hat, macht ihr noch immer zu schaffen. Denn obwohl sich die beiden 12 Jahre lang nicht gesehen haben, fliegen noch immer die Funken, wenn sie aufeinandertreffen. Doch den Jungen von damals gibt es nicht mehr und der Mann von heute ist vergeben. Oder?

Bryn ist naiv und unbeholfen, unsicher und impulsiv. Sie handelt unbedacht und obwohl sie ständig über Konsequenzen redet und pausenlos darüber nachdenkt, scheint sie all das im Ernstfall zu vergessen. Überhaupt wirkt sie sehr unentschlossen. Den Großteil der Geschichte nehmen ihre Zweifel, Ängste und Sorgen ein. Wenn man die ganzen Wiederholungen – Bryns Gedankenkarussell – streichen würde, bliebe vermutlich nicht einmal die Hälfte des Buches übrig. Ich weiß wirklich nicht, wieso sich die Autorin dazu entschlossen hat, so viel unnötiges Zeug zu schreiben. Mich hat dieses ewige Ja-nein-vielleicht, dieses permanente Was-wäre-wenn, dieses nervtötende Wir-dürfen-nicht einfach nur frustriert.

Es gibt ein paar gefühlvolle Momente, die mich durchaus angesprochen haben. Denn eigentlich sind Bryn und Aaric ein tolles Paar. Die Chemie stimmt – sowohl körperlich als auch emotional. Wenn dieses ganze Überanalysieren und Gedankenkreisen nicht wäre, hätte ich die Geschichte wirklich mögen können.

Bryns Beschreibungen sind poetisch, romantisch und verträumt – zumindest wenn sie nicht gerade alles in Gedanken auseinandernimmt. Sie wirkt, als wäre sie in einer Traumwelt. Bryn ist nicht bodenständig. Sie scheint zu unbedarft für die reale Welt zu sein. Ganz im Gegensatz zu Aaric. Er ist selbstbewusst, zielstrebig, energisch und sich der Realität völlig bewusst. Bryn ist die Einzige, die seine nüchterne Weltsicht ins Wanken bringt und auch ihn zum Träumer macht. Doch selbst dabei weiß er genau, was er will: Bryn. Aaric lässt sich von ihren Ausweichmanövern und Vorbehalten nicht einschüchtern. Er investiert nach anfänglichem Zögern sehr viel Zeit und Energie, um Bryn für sich zu gewinnen. Um ihre Ängste zu zerstreuen. Um ihr zu zeigen, dass er es ernst meint.

Ich liebe Aaric, habe es von Anfang an getan. Er hat sich seinen Erfolg und Status hart erarbeitet. Aaric ist kein verzogener reicher Bengel, der seinen Wohlstand einem Treuhandfond verdankt. Er musste sich von ganz unten hochkämpfen. Der Junge von damals hat sich zwar entwickelt, doch er ist nicht verschwunden. Noch immer ist Aaric geprägt von den Erfahrungen seiner Kindheit. Obwohl er jetzt alles hat, vergisst er nicht seine Wurzeln. Und auch seine erste und einzige Liebe Bryn hat er nie vergessen.

Zu meinem Leidwesen ist jedoch meist Bryn diejenige, die die Geschichte erzählt. Ich hätte viel lieber mehr von Aaric gelesen, dann wäre mir auch das ewige Hin und Her von Bryn erspart geblieben. Die wenigen Rückblenden aus Aarics Sicht sind kurz und prägnant. Sie helfen zu verstehen, wer er damals war und was er gefühlt hat. Zum Ende hin erhaschen wir auch kurze Einblicke in seine aktuelle Gefühlswelt. Bryns Emotionen von früher und heute werden hingegen nur aus der gegenwärtigen Perspektive beschrieben. Dass mich die Art und Weise genervt hat, hatte ich schon erwähnt, oder?

Auch der Herzschmerz wirkt für meinen Geschmack zu gewollt. Obwohl ich die Gründe dafür durchaus nachvollziehen kann – die Gedankengänge, die dazu geführt haben. Selbst die Auflösung und das Happy End haben mich nicht richtig glücklich gemacht. Irgendwie war ich nur froh, dass Bryn und Aaric endlich ihre Ängste, Zweifel und das fehlgeleitete Verantwortungsgefühl überwunden haben.

Vermutlich war es gut, dass ich die Geschichte nicht gelesen, sondern gehört habe, denn die Sprecher machen einen wirklich guten Job. Durch Lisa Starks Lesung konnte ich beinahe über meine Frustration hinwegsehen und mich trotz allem fallen lassen. Besonders die zärtlichen Momente, in denen Bryn einfach nur fühlt und nicht denkt, haben mich berührt. Die Stimme der Sprecherin ist an diesen Stellen so voller Gefühl, dass die Szenen beinahe real wirken.

Auch Günter Merlau trifft wie immer den richtigen Ton, obwohl er leider nicht allzu viel zu tun hat. Er gibt Aaric eine Stimme und lässt all die Emotionen mit einfließen, die in diesen kurzen Passagen stecken. Wer die Geschichte also trotz der grüblerischen, unsicheren Heldin, die alles zigmal hinterfragt, erleben möchte, sollte sie eher hören als lesen. Das Hörbuch gibt es allerdings nur als Audible-Download.

Fazit:

Obwohl ich meine Schwierigkeiten mit Bryns ständigem Hinterfragen und Bedauern hatte, konnte mich das Hörbuch zeitweise doch ganz gut unterhalten. Das liegt vor allem an den Sprechern und Aaric – und den gefühlvollen Momenten, die Bryn nicht durch ihr Gedankenkarussell kaputt macht.

Wertung:
3 Punkte
3 Punkte

Anmerkung:
In 
„Mogul – Wenn du mich berührst“ geht es dann weiter mit Sara, Bryns Mitbewohnerin, und Ian, ihrem heißen Anzugträger. Einen kurzen Einblick in ihre Geschichte haben wir schon erhalten, denn sie spielt zum Teil parallel zu den Geschehnissen hier.

Aber Achtung:
Diese Geschichte enthält explizite Sexszenen.

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