[Ausgelesen] G. A. Aiken: Flammendheiß & bärenstark

Honey Badgers, Bd. 2



Inhalt:

Stevie Stasiuk-MacKilligan hat es nicht leicht. Ihre tollkühnen Schwestern sind ständig in Gefahr, ihr Vater ist ein mordlustiger Honigdachs-Gestaltwandler und sie selbst ist ein einziges Nervenbündel. Sie braucht dringend eine Möglichkeit, um sich zu entspannen. Dabei ist es gar nicht so leicht, loszulassen, wenn an jeder Ecke Gefahren lauern und es sogar die eigenen Familienmitglieder auf einen abgesehen haben. Aber Stevie stellt fest, dass man Entspannung manchmal in den ungewöhnlichsten Momenten findet. Zum Beispiel bei dem Panda-Gestaltwandler und Bodyguard Shen Li – denn der ist genau der richtige Panda, um einer Frau, die schon viel gesehen hat, etwas Neues beizubringen.

– Quelle: Piper Verlag –

Infos zum Buch:

Autor:G. A. Aiken
Titel:Flammendheiß & bärenstark
Originaltitel:In a Badger Way (by Shelly Laurenston)
Reihe:Honey Badgers
(The Honey Badger Chronicles)
Band:2
VÖ:4. Juni ’19
ISBN:978-3492993814
Genre:Romantic Urban Fantasy Suspense

Grafik: Schmetterling

Einschätzung von Kathi Rubel:

Das ist er nun also, der zweite Band der Honey-Badgers-Reihe von G. A. Aiken. Dieses Mal geht es vorrangig um die jüngste der drei Halbschwestern: das ehemalige Wunderkind und gegenwärtige Genie Stevie Stasiuk-MacKilligan. Natürlich gerät sie auch in diesem Buch ständig in Schwierigkeiten, was ja zu erwarten war. Aber Stevie macht trotzdem eine beachtliche Veränderung durch und nabelt sich ein wenig von ihren Schwestern ab – was für ihre Verhältnisse ein riesengroßer Schritt ist.

Natürlich geht es wie im Band zuvor ständig drunter und drüber. Bei den MacKilligans wird es nie langweilig! Das erlebt auch Shen, der als Bodyguard für das Wunderkind Kyle Jean-Louis Parker engagiert wurde, dessen Familie bereits in Aikens Lions-Reihe vorgestellt wurde. Kyle wohnt zurzeit bei Stevie und ihren Schwestern, weshalb auch Shen dort eingezogen ist. Dass Stevie den Panda-Gestaltwandler furchtbar niedlich findet, ist ja nichts Neues. Und dass dieser Umstand Shen nicht kaltlässt, haben wir auch schon im ersten Band erfahren. Doch als Stevie einfach beschließt, dass sie ab sofort Shens Freundin ist und er dabei kein einziges Wort mitreden darf, wird das Ganze urkomisch. Überhaupt ist es herrlich, wie das Energiebündel Stevie auf den genügsamen, tiefenentspannten Shen trifft und diese zwei völlig unterschiedlichen Charaktere nach und nach ein echtes Paar werden.

Ich habe Shen sofort geliebt. Er bildet einen krassen Kontrast zu den aufbrausenden, hyperaktiven, kämpferischen MacKilligans und sorgt für ein bisschen Ruhe und Frieden. Dass er dabei manchmal etwas schwer von Begriff ist, macht ihn nur umso sympathischer – genau wie der Umstand, dass er im Gegensatz zu den anderen überhaupt nicht nachtragend oder rachsüchtig ist. Shen ist eigentlich immer gut drauf. Das liegt an seinen Panda-Genen. Die Honigdachse hingegen haben fast immer schlechte Laune. Und dennoch passen Shen und Stevie perfekt zusammen. Sie ergänzen sich. Und dadurch entwickeln sich beide weiter.

Doch bei diesem Buch handelt es sich genau wie beim Vorgänger nicht um Romantasy. Die Liebesgeschichte nimmt zwar etwas mehr Raum ein als bei Charlie und Berg, steht jedoch nicht im Mittelpunkt. Es geht nach wie vor darum, endlich ein Leben in Sicherheit zu führen. Inzwischen sind die drei MacKilligans richtig in New York angekommen. Sie haben sich eingelebt, Freunde und Verbündete gefunden und sich sogar dem Rest ihrer Familie angenähert. In diesem Buch werden die bereits geknüpften Beziehungen noch vertieft und es kommen sogar neue Bekannte und Freunde hinzu, die den Schwestern von nun an den Rücken stärken.

Doch die Probleme, die ihr Vater verursacht hat, sind noch lange nicht aus der Welt geräumt. Ihre verrückten, rachsüchtigen Tanten und die mörderische Cousine Mairi sind weiterhin da draußen und schmieden Pläne. Auch Max’ Mutter hat Altlasten, die sich auf die Schwestern auswirken. Was in Band 3 auf Charlie, Max und Stevie zukommen wird, lässt sich bereits erahnen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, welches Chaos uns erwartet – denn bei den MacKilligans gibt es immer die eine oder andere Überraschung.

Ich habe beim Lesen wieder sehr viel gelacht. Die Dialoge und Szenen sind einfach zu komisch. Der Großteil des Romans ist völlig irre, absurd und total überdreht. Aber genau das macht den Reiz aus! Ich habe noch nie von so durchgeknallten Charakteren gelesen, die trotzdem dermaßen sympathisch waren. Die MacKilligans sind etwas ganz Besonderes – und das nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen DNA. Sie lösen eigentlich fast jedes Problem mit Gewalt. Gut, Stevie nutzt auch ihren Genie-Verstand und die Gesetze der Physik, sogar beim Singen und Fußballspielen. Doch das hält sie nicht davon ab, bei jeder Kleinigkeit handgreiflich zu werden. Selbst zwischen Stevie und Max eskaliert jede kleine Meinungsverschiedenheit und Charlie muss sie dann regelrecht auseinanderreißen. Und trotzdem wirkt auf mich nichts davon bedrohlich – ganz im Gegenteil! Ich musste ständig losprusten, wenn sie mal wieder die Beherrschung verloren haben und von einer Sekunde auf die andere explodiert sind.

Die drei Mädels sind einfach nicht zu stoppen. Das müssen ihre Feinde auf die harte Tour lernen. Denn wenn die Schwestern erst einmal loslegen, erleben ihre Gegner eine böse Überraschung und ziehen stets den Kürzeren. Dabei gibt es ausreichend Spannung und Action. Doch am Ende kommen Charlie, Max und Stevie immer mit heiler Haut aus der Sache heraus – genau wie ihre Freunde. Dieser Umstand nimmt den Bedrohungen und Kämpfen die Schärfe und sorgt dafür, dass die humorvolle Seite der Ereignisse noch mehr in den Vordergrund rückt.

Aber es gibt einen Kritikpunkt: Wie schon beim Vorgänger fehlte es mir auch hier an Tiefgang. Zwar wurden die Gefühle von Stevie und Shen besser dargestellt als Charlies und Bergs im ersten Teil, doch durch den Humor kommen die tiefgründigen Aspekte der Geschichte einfach zu kurz. Dabei gibt es reichlich ernste Themen, die durchaus ein wenig mehr Beachtung verdient hätten. Da sind zum Beispiel Stevies psychische Probleme oder die Rassentrennung, die von vielen Gestaltwandlern gefordert wird. Hybriden gelten als Freaks, werden gefürchtet und verachtet. Das und noch mehr wird zwar erwähnt, aber nicht weiter ausgeführt. Denn die heitere Stimmung würde unter ein paar ernsthaften Worten leiden. Und das will ja niemand, oder?

Fazit:

Eine heitere, völlig verrückte Fortsetzung, die Band 1 in nichts nachsteht! Die Emotionen nehmen hier etwas mehr Raum ein, was der Geschichte definitiv gutgetan hat. Aber keine Angst: Auch dieses Buch sorgt dank des abgedrehten Humors für ausreichend Leichtigkeit und viele, viele Lachflashs.

Wertung:
4,5 Punkte
4,5 Punkte

Anmerkung:
Obwohl die Geschichte theoretisch auch unabhängig von Band 1 gelesen werden kann, würde ich davon abraten. Zwar steht ein anderes Paar im Mittelpunkt, doch der Fokus liegt nicht auf der Liebesgeschichte! Die Ereignisse bauen auf dem ersten Teil auf und werden nicht umfassend erläutert. Daher würde ohne das Wissen aus „Honigsüß & bitterböse“ an diversen Stellen der Kontext fehlen.

Anmerkung:
Die Originalversion wurde von der Autorin unter dem Namen Shelly Laurenston veröffentlicht.

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